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Denkt nicht daran, aufzugeben: Auszubildender kämpft sich nach schwerem Moped-Unfall zurück / "Ich möchte mit allem weitermachen wie bisher"

Linus Reinermann, 17 Jahre jung und ein Auszubildender der Dettmer Agrarservice GmbH, verunglückte am 25. Oktober 2018 auf dem Weg zur Arbeit schwer mit seinem Moped. Ein Treckerfahrer entdeckte Linus als Erster. Rettungssanitäter und Notärzte versorgten ihn alsbald vor Ort. Per Rettungshubschrauber und mit lebensgefährlichen Verletzungen wurde Linus ins Marienhospital nach Osnabrück geflogen, ehe er dort schnellstmöglich nach einer schweren Quetschung am Rückenmark an der Brustwirbelsäule operiert wurde. Eltern, Freunde, Familie und Ärzte bangten um Linus. Später die Diagnose: Linus ist ab dem sechsten Brustwirbel gelähmt. Seine Arme kann er bewegen, seine Beine nicht. Ob der lebensfrohe Jungspund irgendwann wieder laufen kann? Die Chancen stehen schlecht. "Sein Nervenstrang wurde stark beschädigt.", so sein Vater. Doch Linus und seine Eltern hoffen das Beste. "Das müssen wir Linus auch lassen", so Rudolf Reinermann, der von Beruf, ebenfalls wie Linus Mutter, von Beruf Physiotherapeut ist.

Trotz seines tragischen Unfalls denkt Linus nicht daran aufzugeben. Im Gegenteil. Durch die Betreuung von Dr. Mirko Aach, der seit seinem 26. Lebensjahr ebenfalls querschnittsgelähmt ist, lernte Linus sein ausgefülltes Leben weiterzuführen. Dr. Mirko Aach brach sich bei einem Snowboard-Unfall den sechsten und siebten Brustwirbel, sitzt seitdem selbst im Rollstuhl. Das Sportstudium musste er aufgeben. Im Jahr 2000 begann Mirko (s)ein Medizinstudium. Heute ist er Chirurg und leitender Arzt der Abteilung für Rückenmarkverletzungen an der Universitätsklinik in Bochum und operiert seine Patienten in einem speziell für ihn gefertigten Rollstuhl. Eine Karriere, die sich sehen lässt. Und gleichzeitig ein Verlauf, der Linus zeigt, trotz schwerer Verletzung seine Ziele erreichen zu können.

In einem Interview mit dem Bersenbrücker Kreisblatt berichtete Dr. Aach von anfänglichen Schwierigkeiten, dass Linus aus verständlichen Gründen anfangs sehr angegegriffen gewesen sei. Doch schon bald darauf lernte Linus mit dem Rollstuhl umzugehen. Beispielsweise das Bett zu verlassen oder in Autos ein- und auszusteigen. Den größten Wunsch konnte die Universitätsklinik Bochum Linus jedoch nicht erfüllen: Das Treckerfahren. Selbst das Lenkrad in der Hand zu haben. Immer wieder hätte Linus diesen Wunsch geäußert, so sein Betreuer Dr. Aach.

Doch hier kommt unser Chef Gerd Dettmer (Geschäftsführer von Dettmer und Sohn von Siegfried Dettmer, dem Gründer des Dettmer Agrarservices) in's Spiel. In dessen landwirtschaftlichem Lohnunternehmen begann Linus nach einem Praktikum im August 2018 seine Ausbildung zur Fachkraft Agrarservice. Hier ist Linus in seinem Element. Nur am Schreibtisch sitze er nicht so gerne: "Ich war schon immer mehr dafür, richtig zu arbeiten", lässt sich Linus im Interview mit dem Bersenbrücker Kreisblatt zitieren. Dies bestätigt Gerd Dettmer: "Linus hat sich in kurzer Zeit super in den Betrieb integriert und ist immer sehr engagiert und interessiert gewesen." und fügt an, Linus die Chance geben zu wollen, die Ausbildung in seinem Betrieb zu beenden. Einen Büroarbeitsplatz möchte er Linus einrichten. Auch sei es möglich, dass er später bei der Wartung und Pflege von Maschinen mitarbeite. "Und vielleicht können wir ihm eines Tages einen Schlepper herrichten", so Gerd Dettmer weiter. Die nötige Fachliteratur hat er Linus längst besorgt. "Es macht Spaß zuzusehen, wie sehr Linus bei uns bleiben will.", erzählt der Firmenchef.

"Ich möchte mit allem weitermachen, wie bisher. Nur der Fußball, der fällt weg.", so Linus gegenüber der Tageszeitung. Zwar hüte er nicht mehr das Tor der B-Jugendmannschaft der Spielvereinigung Fürstenau, ein Teil des Teams wird er trotzdem bleiben. Ein bewegender Moment bei dem Neujahrsempfang der Stadt Fürstenau bestätigte das, die die Jugendfußballer in der Aula der IGS als "Mannschaft des Jahres" ehrte. Mitten im Foto und auf der Bühne: Linus Reinermann.

Auf jeden Fall möchte der 17-Jährige weiter aktiv in der Kolpingkapelle bleiben. Dort sorgt Linus als Schlagzeuger für Stimmung. Seine Musiker-Kollegen überlegen bereits, wie sie Linus auf dem Weg zurück in den Musikalltag zur Seite stehen können. So sei ein Umzug des Proberaums Thema, da sich dieser zur Zeit noch in einem ersten Stock befindet. Doch es gäbe noch weitere Gedankengänge, erläutert Ralf Klausing (Vorsitzender der Kolpingkapelle). Beispielsweise den der Anschaffung eines elektronischen Fingerschlagzeugs. Dinge, die durchaus möglich scheinen. "Sponsoren und Vermieter können sich gerne melden, um die Kolpingkapelle zu unterstützen", so der Vositzende, der abschließend anfügte: "Wir wollen, dass Linus wieder bei uns spielt."

Mit deutlich mehr Leichtigkeit als zu Beginn seines Schicksals sieht Linus seiner Zukunft entgegen und träumt weiterhin davon, eines Tages selbst wieder Trecker zu fahren. Diesen Wunsch lässt sich Linus nicht nehmen.

In Zukunft werden wir zu gegebenem Anlass immer mal wieder Neuigkeiten zu Linus und seinem Werdegang veröffentlichen. Wir sind erst einmal froh, dass uns Linus seit zwei Wochen halbtags im Büro und in der Bürokommunikation unterstützt. Erstmalig nach dem Unfall hatte Linus vor drei Wochen wieder die Deula (Justus-von-Liebig-Schule) in Nienburg besucht. Parallel zu seinen Büroarbeiten holen wir gemeinsam Verpasstes der Ausbildung auf.
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